Eine Gruppe von Menschen sitzt an zusammengestellten Holztischen in einem Gewölbekeller und unterhält sich; im Hintergrund eine Leinwand mit einer Präsentation, auf dem Tisch Laptops und eine 360°-Konferenzkamera.

Medienstammtisch im Oktober: KI-Filmproduktion in der Praxis mit Sylvia Nitzsche

Beim Medienstammtisch am 5. Oktober hatten wir Sylvia Nitzsche, erfahrene AI-Filmmakerin, als Inputgeberin zu Gast. Sie brachte drei konkrete Cases aus ihrer Arbeit mit und zeigte uns daran, wie eine KI-gestützte Filmproduktion heute tatsächlich aussehen kann.

Ein Beispiel war der Imagefilm eines wissenschaftlichen Instituts. Verschiedene Themen aus Wissenschaft und Nachhaltigkeit wurden über animierte Bildwelten erzählt. Der grundsätzliche Produktionsprozess unterschied sich dabei gar nicht so sehr von einer klassischen Animationsproduktion – nur kamen an verschiedenen Stellen KI-Tools zum Einsatz.

Die Bilder wurden mit KI generiert, weiterbearbeitet und anschließend animiert – Sylvia arbeitet dafür mit einer großen Palette an KI-Bild- und KI-Videotools. Elemente, die später noch veränderbar bleiben müssen, etwa Logos, fügte sie anschließend klassisch in After Effects hinzu. Denn ein fertig generiertes KI-Video lässt sich eben nicht wie ein After-Effects-Projekt wieder in seine einzelnen Bestandteile zerlegen und weiterbearbeiten.

Spannend war zu sehen, wie viele Bereiche einer Produktion inzwischen mit KI umgesetzt werden können: von der Bildgenerierung und Animation über Sprecherstimmen bis zum Soundtrack. Vieles, wofür früher größere Teams und erheblich mehr Produktionszeit nötig waren, lässt sich dadurch schneller und mit weniger Aufwand realisieren.

Natürlich landeten wir damit auch bei der Frage, was das für die Menschen bedeutet, die bisher an solchen Produktionen beteiligt sind. Gerade für Sprecher:innen ist die Entwicklung durchaus bedrohlich. Gleichzeitig zeigte die Diskussion aber auch, dass KI zwar Produktionsschritte übernehmen kann, nicht aber automatisch die redaktionelle Arbeit: Inhalte verstehen, auswählen, strukturieren, auf einen konkreten Kommunikationszweck zuschneiden und mit dem Kunden abstimmen.

Auch bei der Arbeit mit realistisch dargestellten Menschen und Schauspieler:innen wird es schnell komplex – technisch ebenso wie rechtlich und gestalterisch. Das hätte locker Stoff für einen eigenen Abend gegeben. Deshalb haben wir die Grundsatzdiskussion irgendwann wieder verlassen und uns den praktischen und technischen Fragen gewidmet.

Mit sieben Leuten vor Ort und fünf online war die Runde gut besucht. Zum ersten Mal waren auch Leute aus dem Kunstverein Hoher Fläming dabei – passend zu unserem Vorhaben, den Medienstammtisch künftig stärker für Kunstschaffende aus der Region zu öffnen.

Für eine Stunde Input plus Vorstellungsrunde und Diskussion war jedenfalls erstaunlich viel drin. Das Format mit externen Inputgeber:innen werden wir deshalb sicher wieder aufgreifen. Gleichzeitig soll ein Stammtisch ein Stammtisch bleiben: mit genügend Raum für Austausch und Netzwerken.

Ort: Der Medienstammtisch findet im Coconat – A Workation Retreat in Klein Glien statt. Die Teilnahme ist auch online möglich.

Der Medienstammtisch findet immer am ersten Montag im Monat um 17 Uhr statt. Die nächsten Termine stehen unter Veranstaltungen.

Bei Interesse am Medienstammtisch oder am Netzwerk könnt ihr euch direkt an Christine Boock wenden:
christine@bockaufboock.de
(0171) 154 16 85

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