Kathrin Succow im Gespräch mit Steffen Bohl, Daniel Diehl und Wolf Hingst

Ein Tag voller Impulse für Zukunft und Naturschutz im Hohen Fläming

Rund 80 Besucherinnen und Besucher kamen am 11. August in der alten Schäferei Arensnest zusammen, um über Zukunftsfragen einer der trockensten Regionen Deutschlands zu diskutieren. Auch wenn der renommierte Umweltpreisträger Prof. Dr. Michael Succow krankheitsbedingt kurzfristig absagen musste, wurde die Veranstaltung dank seiner Tochter Kathrin Succow und engagierten regionalen Akteuren zu einem vollen Erfolg.

Schon am Nachmittag füllte sich das Gelände der Schäferei Arensnest bei sommerlicher Atmosphäre. Grund für das große Interesse war das vielseitige Programm rund um nachhaltige Landnutzung, regionale Wasser- und Dürrekonzepte sowie die Premiere einer ganz besonderen Initiative im Hohen Fläming.

Praxisnahe Einblicke: Agroforst, Weidetierhaltung und Aufforstung

Den Auftakt bildete eine gemeinsame Führung über die Arensnester Weiden. Bei einem Rundgang erhielten die Teilnehmenden praxisnahe Einblicke von Daniel Diehl und Laura Schridde in zukunftsfähige Bewirtschaftungsformen:

  • Agroforst-Systeme: Kombination aus Baumreihen und landwirtschaftlich genutzten Flächen zur Humusbildung und Windbremsung.
  • Weidetierhaltung: Schutz und Pflege der Magerrasenflächen durch Schafe und Pferde.
  • Aufforstung & Wasserrückhalt: Maßnahmen zur Beschattung und zur Verbesserung des lokalen Mikroklimas auf sandigen Böden.

Nach den fachlichen Impressionen auf den Koppeln lud der Hof zur Stärkung mit Delikatessen ein, die den Vergleich mit Nobel-Restaurants nicht scheuen mussten: Neben frischem Kaffee aus der Siebträgermaschine und selbstgebackenem Kuchen wurde knusprige Pizza direkt aus dem mobilen Holzofen serviert.

Podiumsdiskussion: Von Wasserressourcen bis zum Hauptquartier für „Stop Ecocide“

Im Zentrum des Spätnachmittags stand das Podiumsgespräch zu den Perspektiven des Naturparks Hoher Fläming im Klimawandel. Unter der gemeinsamen Moderation tauschten sich Kathrin Succow (Succow Stiftung), Steffen Bohl (Leiter Naturpark Hoher Fläming), Daniel Diehl (Schäferei Arensnest), Wolf-Christian Hingst (Ankerpunkt Hoher Fläming) und Katja Hinze (Stiftung Bildung) intensiv aus.

Die Diskussionspunkte spannen einen weiten Bogen und wurden durch die interessierten Fragen des Publikums perfekt ergänzt:

  • Vereinbarkeit von Energiewende und Landnutzung: Wie können erneuerbare Energien im Einklang mit Naturpark-Zielen gestaltet werden?
  • Dürre & Wasserhaushalt: Wege, um Niederschläge in der Region zu halten und die Grundwasserleiter zu schützen.
  • Bürgerprojekt Bodenfeuchte-Sensoren: Das Mitmach-Projekt mit interaktiver Wasserkarte zeigt exemplarisch, wie Bürgerwissenschaft (Citizen Science) konkrete Daten für lokale Anpassungsstrategien liefert.
  • Gemeinschaft stärken: Wie gemeinsame Zukunftsfragen als Brücke zwischen Alteingesessenen und Zugezogenen wirken.

Ein weiteres Thema war die neue Gründung des Vereins „Stop Ecocide Deutschland“ mit Sitz im Hohen Fläming. Damit wird die Region zum deutschen Hauptquartier der internationalen Bewegung Stop Ecocide, die sich dafür einsetzt, großflächige Umweltzerstörung (Ökozid) als internationales Verbrechen anzuerkennen. Dies stellt eine bedeutende rechtliche, moralische und politische Rückendeckung für alle dar, die sich aktiv für den Schutz der Biosphäre einsetzen.

Dorfkino Hoher Fläming: Standing Ovations und Genesungswünsche

Den stimmungsvollen Abschluss bildete die 12. Vorführung des DORFKINOS HOHER FLÄMING. Gezeigt wurde die Dokumentation „Wie geht Natur?! – Michael Succow: Ein Leben für den Naturschutz“, produziert von seiner Tochter Kathrin Succow.

Der Film zeichnet den bewegenden Lebensweg des ostdeutschen Naturschutz-Pioniers nach – von seinen Anfängen als Vogelkundler in der DDR bis zur Rettung wertvoller Naturlandschaften über das Nationalparkprogramm 1990.

Im Anschluss hallte stürmischer Applaus durch die Schäferei: Die Anwesenden schickten herzlichste Genesungswünsche nach Greifswald an Michael Succow, dessen Lebenswerk und Tatkraft bis heute weltweit zur Entstehung unzähliger Schutzgebiete beitragen.

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